Willkommen bei uns!
Die Website Bern-Nordquartier - als nicht-kommerzielle Dienstleistung an der Bevölkerung
- ersetzt die in Papierform
erschienene Hommage an das Breitenrainquartier, "Farbiges Nordquartier" (4. Auflage 2002).
Die Daten werden aufgrund eingehender Meldungen aktualisiert. Die
Seite erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Bei der letzten Aktualisierung von 2004 dürfte allerdings die Fehlerquote
unter 10% gelegen haben.
Der stete Wandel, nicht immer sinnvolle Umstrukturierungen und personelle Änderungen erschweren die
Übersicht und
verunmöglichen die wünschbare durchgehende Aktualität.
Berichtigungen und
Ergänzungen an
info@breitsch-traeff.ch.
Betrieben wird die Website von der Info-Stelle Breitenrain. Idee und
Realisation: Roger Aebi (1980-2007 im Quartierzentrum Breitsch-Träff).
Gedankt sei Herrn Andreas Schneiter für die Gestaltung der Website und der
Valiant Holding für eine einmalige finanzielle Unterstützung.
Letzte Aktualisierung: Juni 2007
Nachwort
Das Breitenrainquartier im Norden der Stadt
Bern (der Breitsch) gilt in weiten Kreisen bei jung und alt als bevorzugtes
Wohngebiet der Stadt.
Es umfasst verschiedene eigenständige Viertel, Quartiere wie den Breitenrain,
die Lorraine, den Wyler, das Wylergut, das Wankdorf, Breitfeld,
Spitalacker, Beundenfeld, Altenberg, Rabbenthal und Löchligut ...
Die mehr als 30'000 EinwohnerInnen sind auf über 13'000 Haushalte verteilt.
Gewohnt wird meist in gefälligen Wohnhäusern und ebensolchen Häuserzeilen.
Kleinere und grössere Vorgärten und Innenhöfe bereichern das
Erscheinungsbild.
Nicht selten finden sich auch architektonische Kleinode.
Die Bevölkerung ist bunt gemischt und umfasst alle sozialen Schichten (ausser
der obersten) und alle Altersgruppen.
Die BewohnerInnen identifizieren sich schnell mit dem Quartier. Man kennt einander.
Sie sind
umweltbewusst, tolerant und aktiv, nicht selten
politisch -
oft allerdings - wie der Schreibende - durch brüskierende Eingriffe der
Behörden desillusioniert.
Der Breitenrain lebt - auch an Sonntagen,
abends und in der Nacht.
Er verfügt - selbst wenn die vielen kleinen Einkaufsläden der Vergangenheit
angehören - über beste Einkaufsmöglichkeiten.
Restaurants,
einzelne Bars, soziale und kulturelle Institutionen beleben die Abende. Die
Kleinkunst ist ebenso vertreten wie Grossanlässe.
Neben Sport- und Badeanlagen, Pärken, Spielplätzen, Schulhäusern und
Kirchen finden sich Altersheime, soziale Beratungsstellen, Spielgruppen. Tagesstätten und Tagesschulen sind
eine Selbstverständlichkeit.
Vor den Toren liegen Schrebergärten, Kleemuseum, Fussball- und
Eisstadion, und Naherholungsgebiete.
Durch den öffentlichen Verkehr ist das Quartier bestens erschlossen und mit
der Welt verbunden.
Drehscheibe des Geschehens ist der Breitenrainplatz. Mit seinen eindrücklichen
Jugendstil-Bauten ist er nicht zu übersehen.
Er verleiht dem Quartier als Zentrum Dorfcharakter. Die Leute treffen
sich hier, nicht nur zum Einkaufen.
Zu verdanken hat das Quartier vieles der Aktivität der Quartierleiste, die vor allem die Anliegen der Gewerbe
vertreten.
Seit der 80er Jahren sind bzw. waren vor allem andere überparteiliche Gruppierungen
massgeblich an der Ausstattung des Quartiers beteiligt.
Auf deren Initiative und der daraus entstehenden Institutionen wurde im
Breitenrain auf die sozialen Bedürfnisse der Bevölkerung eingegangen.
Er erhielt in dieser Zeit viele seiner heutigen Farbtupfer:
Spielplätze und Treffpunkte wurden initiiert, Abbrüche hinterfragt, die
Strassen beruhigt und begrünt, ebenso viele Fassaden.
Das Quartierbewusstsein erwachte durch die Mitbestimmung der BewohnerInnen zu
neuem Leben.
Die Anliegen der Bevölkerung wurden von überzeugten Quartier-PolitikerInnen
vertreten. Vereinzelt wurden gar Autonomiebestrebungen spürbar.
Dieser Trend wurde um die Jahrhundertwende abgeschwächt oder gar gebrochen.
Noch heute aber hebt sich das Nordquartier bezüglich
Wohnqualität wohltuend von anderen Stadtteilen ab.
Ein neuer kultureller Akzent wurde immerhin mit der Umgestaltung der
Kasernenbauten gesetzt; unter anderem haben hier die Musikschule und die
Jazzschool Einzug gehalten. Aktueller Entwicklungsschwerpunkt ist zur
Zeit aber die Umgebung des Wankdorfes mit dem Wankdorfplatz, dem neuen
Fussballstadion, der neuen S-Bahn Haltestelle und weiteren Bauten.
Farbiges Nordquartier? Oft habe ich in den
letzten Jahren ein Fragezeichen hinter diesen Ausdruck gesetzt. Was einst als
Hommage an das Quartier gedacht war, droht zur wehmütigen Erinnerung zu
werden. Die Entwicklung in den letzten Jahren stellt vieles in Frage, was als
Farbtupfer dem Quartier Farbe und Werte verleiht und verliehen hat. Das
historische Bewusstsein fehlt nicht nur den NeuzuzügerInnen, sondern auch den
Planungsstellen und vielen PolitikerInnen.
Roger Aebi, Juni 2007